Schulter

Sehr viele Patienten leiden unter Schulterbeschwerden mit einer sehr schmerzhaften Einschränkung der Schulterfunktion. Hier unterscheidet man grundsätzlich primäre Einklemmsyndromen, die z. B. durch Kalkdepots verursacht sind, von sekundären Einklemmsyndromen, die vielerlei Ursache haben können. Auch hier sollte zunächst über einige Wochen eine konservative Therapie durchgeführt werden. Neben Injektionen in den meist verantwortlichen Gleitraum kann anfänglich Akupunktur eine Schmerzlinderung und – daraus resultierend – eine Funktionsbesserung ermöglichen.

Ist eine Kalkdepotbildung Ursache für ein schmerzhaftes Einklemmsyndrom besteht die Möglichkeit einer hochenergetischen fokussierten Stoßwellen-Therapie. Hierbei appliziert man ähnlich wie bei der Nierenstein-Zertrümmerung eine auf wenige Millimeter begrenzte Kraft, die eine Auflösung des Kalkdepots mit anschließendem Abtransport über die Lymph- und Blutwege bewirkt (siehe Kapitel Stoßwellentherapie).

Sind diese Maßnahmen über einen längeren Zeitraum nicht erfolgreich, ist ebenfalls eine endoskopische Sanierung mit Entfernung des Schleimbeutels und dem Kalkdepot erforderlich. Ist eine größere Rissbildung der den Oberarmkopf überdeckenden Muskulatur die Ursache für deutliche Kraftverluste und Schmerzen, ist nach entsprechender gesicherter MRT-Diagnostik ein operatives Verfahren zur Rekonstruktion der Muskelschichten notwendig.