Molekulare

Die Orthokin-Therapie
(Medikament aus eigenem Blut hergestellt)

Die Molekulare Orthopädie ist den biologischen Ursachen von Erkrankungen des Bewegungsapparates auf der Spur und entwickelt aufgrund der Krankheitsursachen biologische Therapieansätze.

So haben Wissenschaftler einen maßgeblichen Auslöser der Gelenkerkrankung entlarvt: Das Protein Interleukin-1 (IL-1) ist einer der „Hauptübeltäter“ von Arthrose und zählt zu den so genannten Entzündungsstoffen.

Als Mitglied unseres Immunsystems hat er die Fähigkeit, andere Zellen in ihren Funktionen zu verändern. Das kann sich einerseits positiv auswirken, wenn es darum geht, den Reparaturtruppen unseres Körpers einen schnellen Zugang zum Schadensgebiet zu verschaffen. Andererseits löst Interleukin-1 jedoch auch Körperschäden, Entzündungsprozesse und Schmerzen direkt im Gelenk aus. Diese negativen Auswirkungen sind hauptsächlich für das Entstehen und Fortschreiten der Knorpelzerstörung bei Arthrose verantwortlich. Die alleinige Erkenntnis über eine Ursache reicht aber noch nicht aus, um diese beseitigen zu können. Ende der 80er Jahre entdeckte eine amerikanische Arbeitsgruppe ein Protein, das den Hauptübeltäter der Arthrose vertreibt: den Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra). Es handelt sich hierbei um den natürlichen Gegenspieler des Interleukin-1. IL-1Ra unterbindet als „Wohltäter“ und Knorpelverteidiger die schädigenden Auswirkungen des „Übeltäters“ IL-1.

Orthokin-TherapieBei der Orthokin-Therapie gegen Arthrose werden individuell körpereigene Hemmstoffe und Wachstumsfaktoren aus dem Blut des Patienten gewonnen und als körpereigenes Medikament in das Gelenk oder an die Wirbelsäule injiziert. Dazu nimmt der Arzt dem Patienten mit einer speziellen Spritze Blut aus der Armvene ab. Diese Spritze enthält kleine Glaskugeln, die die Blutzellen in einem komplizierten Mechanismus zur Produktion der „guten“ Proteine anregen.

Während die Spritze dem Patientenblut für einige Stunden in einem Wärmebehälter bei Körpertemperatur aufbewahrt wird (Inkubation), produzieren die Immunzellen des Patienten immer mehr „gute“ Proteine. Nach sechs bis neun Stunden ist dieser biochemische Vorgang abgeschlossen. In dieser Zeit hat sich die Menge an Hemmstoffen auf ein zirka 100faches vergrößert.

Anschließend trennt eine Zentrifuge die festen Blutbestandteile von den flüssigen Anteilen, dem Blutserum. In diesem Serum befinden sich die wertvollen Proteine für die Arthrosetherapie. Diese werden entnommen, in Spritzen abgefüllt und stehen anschließend als körpereigenes Medikament zur Verfügung. Das Serum enthält eine verstärkte Mannschaft an patienteneigenen „guten Proteinen“, die per Spritze direkt in das erkrankte Gelenk gelangen.

Auf diese Weise wird das arthrosebedingte Defizit an guten Proteinen vor Ort beseitigt und die zerstörerischen Angreifer werden gezielt abgewehrt. Die „guten Arthrose hemmenden Proteine“ besetzen ganz bestimmte Angriffsstellen (sog. Rezeptoren) an den Knorpel- und Gelenkinnenhautzellen, so dass den schädigenden Entzündungsstoffen der Zugriff auf diese Zellbereiche vereitelt wird.

Die schützenden Proteine selbst entfalten ihre Wirkung direkt im erkrankten Gelenk, um weitere Knorpelschäden, Entzündungen und Schmerzen aufzuhalten. Es handelt sich um eine natürliche Medizin des eigenen Körpers gegen Arthrose.